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Tödliche Schiffsunglücke in der Ägäis


Am 6. Oktober ereigneten sich innerhalb weniger Stunden gleich zwei schwerwiegende Boots-Unfälle mit Geflüchteten im ägäischen Meer. Mindestens 23 Menschen verloren dabei ihr Leben, dutzende werden noch vermisst. Die andauernden Pushbacks der griechischen Küstenwache führen dazu, dass Geflüchtete immer grössere Risiken bei der Überfahrt auf sich nehmen.








Einmal mehr fordert die riskante Überfahrt nach Europa viele Menschenleben. Auf der Ostseite von Lesbos ertranken Anfang Oktober 18 von etwa 40 Menschen, als ihr Schlauchboot wegen dem aufkommenden starken Wind kenterte.


Nur ein paar Stunden vorher zerschellte ein Segelboot in einem Sturm mit 95 Geflüchteten an Bord an der felsigen Küste der Insel Kythira. Bereits fünf Minuten nach dem Aufprall sank das Schiff und wurde nach Angaben eines Sprechers der Küstenwache «völlig zerstört». Mindestens sieben Menschen verloren bei der Tragödie ihr Leben, acht Personen werden vermisst. Dass es nicht mehr sind ist vor allem dem beherzten Eingreifen von mehr als 50 Einheimischen zu verdanken, die zum Rand der Klippen hinabstiegen und die örtlichen Rettungskräfte bei den Bergungsarbeiten unterstützten.


Insgesamt wird vermutet, dass bei den beiden Unglücken mehr als 50 Menschen den Tod gefunden haben. Neben den über 20 geborgenen Leichen, werden immer noch mehr als 30 Menschen vermisst.


Gefährliche Routen wegen Pushbacks


Auffällig ist, dass zumindest das zweite Boot auf dem Weg nach Italien war, obwohl es in der Türkei gestartet ist. Der Grund dafür ist, dass immer mehr Schleuser längere und riskantere Routen nach Europa wählen, um die inzwischen stark überwachte Ägäis zu umgehen. Dabei kommt es immer wieder zu tragischen Unfällen mit vielen Toten. So kam es am 24. September zu einem der tödlichsten Schiffsunglücke zwischen Syrien und dem Libanon der letzten Jahre, als am 24. September bei der Überfahrt vom Libanon nach Italien ein Schiff sank und fast 100 Menschen den Tod fanden.


Auch das Schlauchboot, das am 6. Oktober vor Lesbos sank, wäre wohl nicht bei einer Windstärke von 7 auf der Beaufort-Skala in See gestochen, hätte man sich nicht davon erhofft, der griechischen Küstenwache bei starken Winden aus dem Weg gehen zu können.


In einem an Scheinheiligkeit nicht zu überbietenden Tweet verkündete der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis seine «Trauer über den tragischen Verlust von Menschenleben.»


Diese Aussage ist blanker Hohn angesichts der Tatsache, dass die griechische Küstenwache allein dieses Jahr schon knapp 700 dokumentierte Pushbacks durchgeführt hat, die dazu führen, dass Geflüchtete immer größere Gefahren auf sich nehmen, um diese zu Umgehen.



Türkei und Griechenland geben sich gegenseitig die Schuld


Dabei schieben sich Griechenland und die Türkei gegenseitig die Verantwortung für die schweren Unglücke in der Ägäis zu. So setzte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis am 8. Oktober einen Tweet ab, der die Türkei dazu aufforderte «sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um alle irregulären Ausreisen aufgrund der harten Wetterbedingungen zu verhindern.» Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

hingegen hält dem Nachbarland vor, mit seiner repressiven Politik die Ägäis in einen Friedhof zu verwandeln. Die Aussagen der beiden macht deutlich, dass der massive Verlusts von Menschenleben für die eigenen politischen Zwecke instrumentalisiert wird - um die Menschen geht es beiden nicht. In ihrer Uneinigkeit sind sie sich nur in einem einig, der Instrumentalisierung von Geflüchteten im Interesse ihrer politischen Ambitionen.


Diese Tragödien und die unzähligen Toten, die die gefährlichen Routen bereits gefordert haben, enthüllen die menschenrechtsverachtende Politik der Türkei, Griechenlands und der EU. Wir fordern sichere Routen für alle Geflüchteten und den sofortigen Stopp der Pushbacks.




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